Beachvolleyball

Beachvolleyball: Regeln, Rollen und Handzeichen

Zwei Spieler, keine Wechsel und eine Handvoll Regeln, die anders funktionieren als in der Halle. Dazu: wie sich ein Paar Block und Abwehr teilt und was die Zeichen hinter dem Rücken bedeuten.

Die Beachregeln in 16 Punkten

Was im Sand anders ist

In unseren Worten, mit der Nummer aus dem Beach-Regelwerk der FIVB 2025–2028. Das Feld oben ist maßstabsgetreu gezeichnet.

  1. Das Feld

    Ein Beachfeld misst 16 × 8 m, rundherum liegt mindestens 3 m Freizone. Markiert sind nur die Außenlinien: Es gibt keine Mittellinie und keine Angriffslinie.

    Beachregeln 1.1.1, 1.3.2
  2. Das Netz

    Gleiche Höhe wie in der Halle: 2,43 m bei Männern, 2,24 m bei Frauen. Das Netz ist 8,5 m lang.

    Beachregeln 2.1.1, 2.2
  3. Der Ball

    Ein Beachball ist etwas größer (66–68 cm Umfang), wiegt gleich viel (260–280 g) und hat deutlich weniger Druck: 0,175–0,225 kg/cm² statt 0,30–0,325 in der Halle.

    Beachregel 3.1
  4. Zwei Spieler

    Ein Team besteht aus genau zwei Spielern, Wechsel gibt es nicht. Gespielt wird barfuß, außer der Schiedsrichter erlaubt etwas anderes.

    Beachregeln 4.1.1, 15.2.2, 4.3.2
  5. Punkte und Sätze

    Ein Satz geht bis 21 Punkte mit zwei Punkten Vorsprung, zwei gewonnene Sätze gewinnen das Spiel. Ein dritter Entscheidungssatz geht bis 15.

    Beachregeln 6.2, 6.3.1, 6.3.2
  6. Keine festen Positionen

    Es gibt keine festen Positionen und keine Aufstellungsfehler. Nur die Aufschlagreihenfolge zählt, und sie bleibt den ganzen Satz gleich.

    Beachregeln 7.4.1, 7.5.1, 7.6.1
  7. Drei Berührungen, Block inklusive

    Drei Berührungen pro Seite, und hier zählt der Block mit: Nach einer Blockberührung bleiben noch zwei.

    Beachregeln 9.1, 14.4.1
  8. Fünf Sekunden für den Aufschlag

    Der Aufschläger hat nach dem Pfiff 5 Sekunden Zeit, drei weniger als in der Halle.

    Beachregel 12.4.4
  9. Schläge mit den Fingern

    Ein Leger mit offener Hand ist ein Fehler: Wer den Ball mit den Fingern spielt, muss sie steif und geschlossen halten. Ein Pritschball, der über das Netz geht, muss senkrecht zur Schulterlinie fliegen, außer der Spieler wollte zum Partner zuspielen. Den Aufschlag oberhalb der Netzkante anzugreifen ist ein Fehler.

    Beachregeln 13.2.3, 13.2.4, 13.2.5
  10. Auszeiten

    Eine Auszeit von 30 Sekunden pro Team und Satz. In FIVB-, Welt- und offiziellen Wettbewerben gibt es in den Sätzen 1 und 2 zusätzlich eine technische Auszeit von 30 Sekunden, wenn die Punkte zusammen 21 ergeben; im dritten Satz nicht.

    Beachregeln 15.1, 15.4.1, 15.4.2, 15.4.3
  11. Seitenwechsel

    Die Teams wechseln in den Sätzen 1 und 2 alle 7 Punkte die Seite, im dritten Satz alle 5 Punkte, damit Sonne und Wind beide gleich treffen.

    Beachregel 18.2.1
  12. Aufschlag aus dem Sand

    Der Aufschläger darf sich in der Aufschlagzone frei bewegen, aber die Grundlinie nicht berühren und den Fuß nicht darunter schieben. Fällt der hochgeworfene Ball unberührt in den Sand, zählt das als Aufschlag, einen zweiten Versuch gibt es nicht.

    Beachregeln 12.4.3, 12.4.6, 12.4.7
  13. Finger bei der ersten Berührung

    Bei der ersten Berührung eines Teams sind mehrere Kontakte nacheinander nur erlaubt, wenn der Ball nicht oben mit den Fingern gespielt wird. Bei der Abwehr eines harten Angriffs darf der Kontakt auch beim oberen Spiel kurz länger dauern.

    Beachregeln 9.2.2.2, 9.2.2.4
  14. Ins gegnerische Feld

    Weil es keine Mittellinie gibt, dürfen Spieler das gegnerische Feld, den Raum darüber und die Freizone betreten, solange sie den Gegner nicht behindern. Sie dürfen dort sogar einen Ball spielen, bevor er außen an der Antenne vorbei oder ganz unter dem Netz hindurch ist.

    Beachregeln 10.1.4, 11.2.1
  15. Kein Coaching im Spiel

    Bei FIVB-, Welt- und offiziellen Wettbewerben dürfen die Spieler während des Spiels keine Hilfe und kein Coaching von außen bekommen; Bestimmungen für Altersklassen können Ausnahmen erlauben. Auszeiten beantragt der Kapitän.

    Beachregeln 4.1.4, 15.3
  16. Kurze Pausen

    Die Pausen sind kurz: eine Minute zwischen den Sätzen und normalerweise höchstens 12 Sekunden vom Ende eines Ballwechsels bis zum nächsten Aufschlagpfiff. Ein verletzter Spieler bekommt höchstens fünf Minuten Erholungszeit.

    Beachregeln 16.1.3, 17.1.2, 18.1.1

Feld, Sand und Wetter

Wo und womit gespielt wird

Das Beachfeld ist kleiner als in der Halle, hat keine Mittellinie und keine Angriffslinie und liegt im Freien. Deshalb regelt das Beach-Regelwerk auch Sand, Wetter und Kleidung.

  • Rund um das Feld liegen mindestens 3 m Freizone, bei FIVB-, Welt- und offiziellen Wettbewerben 5 bis 6 m, darüber mindestens 12,5 m freier Raum. Beachregeln 1.1.1, 1.1.2
  • Der Sand muss eben und frei von Steinen und Muscheln sein; bei diesen Wettbewerben ist er mindestens 40 cm tief. Beachregeln 1.2.1, 1.2.2
  • Die Linien sind 5 cm breite Bänder in einer Farbe, die sich vom Sand abhebt, und gehören zum Feld. Beachregeln 1.3.1, 1.3.2
  • Der Ball besteht aus einem Material, das kein Wasser aufnimmt, weil auch bei Regen gespielt werden kann. Beachregel 3.1
  • Gespielt wird in Shorts oder Badekleidung, ein Oberteil ist freiwillig, wenn das Turnier es nicht vorschreibt, eine Kopfbedeckung ist erlaubt. Barfuß, außer der 1. Schiedsrichter erlaubt Socken oder Schuhe. Beachregeln 4.3, 4.3.2

Der Ball

Größer und weicher

Ein Beachball misst 66 bis 68 cm im Umfang und wiegt wie ein Hallenball 260 bis 280 g, ist aber mit 0,175 bis 0,225 kg/cm² viel weicher aufgepumpt Beachregel 3.1. Bei FIVB-Turnieren wird mit vier Bällen gespielt Beachregel 3.3.

Zu zweit

Block und Abwehr: wie sich ein Paar die Arbeit teilt

Feste Positionen gibt es nicht, aber eine klare Arbeitsteilung: Einer nimmt mit dem Block einen Teil des Feldes weg, der andere verteidigt den Rest. Weil nur zwei Spieler auf dem Feld stehen, bleibt immer Platz frei; ein Angriff muss deshalb nicht immer hart sein2.

B

Blockspieler

Spielt am Netz. Zeigt vor dem Aufschlag hinter dem Rücken den Blockplan und nimmt mit dem Block entweder die Linie oder die Diagonale weg; der Angreifer drüben versucht kurz vor dem Schlag zu sehen, wo der Block steht.2

  • Jeder darf blocken: Im Beach gibt es keine Einschränkung für Hinterspieler. Beachregel 14.1.1
  • Die Blockberührung zählt als eine der drei Berührungen, danach bleiben zwei. Beachregel 14.4.1
A

Abwehrspieler

Bleibt hinten und deckt ab, was der Block offen lässt. In einem Abwehrmuster der CEV gegen einen Linienblock startet er auf der Diagonale, wehrt zuerst den harten Diagonalschlag ab, läuft als Zweites zum Linienschlag und gibt den kurzen Cut-Shot auf.2

  • Keine festen Positionen: Block- und Abwehrspieler dürfen jederzeit tauschen. Beachregeln 7.4.1, 7.5.1
  • Die Spieler schlagen abwechselnd auf; die Reihenfolge bleibt den ganzen Satz gleich. Beachregeln 7.6.1, 12.2.2.2

Was der Angreifer sieht

Das Beach-Skript des europäischen Verbands CEV beschreibt den Angriff als Dreischritt: sehen, entscheiden, ausführen. Kurz vor dem Schlag schaut der Angreifer, wo Blockspieler und Abwehrspieler stehen, und wählt dann einen von vier Grundschlägen: den harten Diagonalschlag, den harten Linienschlag, den gefühlvollen Linienschlag (Line-Shot) und den kurzen, spitzen Cut-Shot2.

Die Abwehr hält dagegen: Gegen einen Linienblock startet der Abwehrspieler zum Beispiel auf der Diagonale, verteidigt zuerst den harten Diagonalschlag, läuft als Zweites zum Linienschlag und lässt den Cut-Shot bewusst offen. Wer früh in eine Richtung täuscht, kann den Angreifer zusätzlich verleiten2.

Hinter dem Rücken

Handzeichen im Beachvolleyball

Vor dem Aufschlag zeigt der Spieler am Netz hinter dem Rücken ein Zeichen, damit der Partner den Blockplan kennt. Die beiden Trainingsquellen, die wir geprüft haben, sind sich bei einem und zwei Fingern einig; die Faust benutzen Teams unterschiedlich.

ZeichenDer Blockspieler meintDer Partner
Ein Finger„Ich blocke die Linie“: den Schlag entlang der Seitenlinie.Verteidigt die Diagonale.34
Zwei Finger„Ich blocke die Diagonale“: den Schlag quer über das Feld.Verteidigt die Linie.34
FaustJe nach Team: oft „kein Block, ich gehe zurück in die Abwehr“, bei anderen ein Block auf den Ball.Vor dem Spiel absprechen.34

Keine Regel. Handzeichen sind eine Absprache im Team, keine Regel. Manche Teams zeigen vor dem Aufschlag auch, wohin aufgeschlagen werden soll; sprecht euren eigenen Code ab.

Für Spieler, Eltern und Übungsleiter

Der Rotations-Spickzettel

Alle sechs Rotationen im 5-1-System zum Ausdrucken: wer beim Aufschlag wo steht, wohin danach gewechselt wird und die Aufstellungsregel mit den Regelnummern.

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