Technik
Volleyball-Technik auf Schaubildern
Sechs Grundtechniken: Aufschlag, Baggern, Pritschen, Angriff, Block und Abwehr. Zu jeder die Schritte im Detail, beim Baggern, Pritschen und Block auch die Haltung von Händen und Fingern, dazu die häufigsten Fehler und eine passende Übung.
Aufschlag
Mit dem Aufschlag beginnt jeder Ballwechsel. Einsteiger lernen zuerst den Aufschlag von unten, danach den Flatteraufschlag von oben; später kommen Sprungflatter- und Sprungaufschlag mit Topspin dazu.
Flatteraufschlag von oben, Schritt für Schritt
- Hinter der Grundlinie stehen, das Gewicht auf dem hinteren Fuß, den Ball mit der Nicht-Schlaghand etwa auf Hüfthöhe halten7. Im Moment des Schlags darf der Fuß die Grundlinie nicht berühren Regel 12.4.3.
- Ein kleiner Schritt nach vorne, der Blick bleibt beim Ball; der Ellbogen des Schlagarms ist über Schulterhöhe7.
- Den Ball niedrig vor die Schlagschulter werfen, Hüfte und Schultern drehen zum Ziel7. Erlaubt ist nur ein Hochwurf Regel 12.4.2.
- Mit offener Hand und festem Handgelenk treffen; der Schlagarm ist gestreckt und bleibt nach dem Schlag oben, die Handfläche zeigt zum Ziel7. Aufgeschlagen wird innerhalb von 8 Sekunden nach dem Pfiff Regel 12.4.4.
Sprungflatter: Drei Schritte Anlauf wie beim Angriff, den Ball beim zweiten Schritt hochwerfen, ihn hinten knapp unter der Mitte mit der Handfläche treffen und im Feld landen8.
Sprungaufschlag mit Topspin: Etwa 3 m hinter der Grundlinie starten, den Ball weit nach vorne werfen, abspringen und den Ball hinten treffen; die Hand rollt über den Ball und gibt ihm den Vorwärtsdrall9.
Häufige Fehler
- Ball zu hoch oder hinter den Kopf geworfen
- Lockeres Handgelenk: Der Ball verliert die Richtung
- Hohlkreuz beim Schlag; besser „groß“ bleiben7
Übung dazu: Aufschlag auf Zielzonen
Baggern
Das untere Zuspiel ist die erste Berührung bei den meisten Aufschlägen und harten Angriffen. Eine gute Annahme verschafft dem Zuspieler Zeit.
Frontale Annahme, Schritt für Schritt
- Grundposition: Füße etwas mehr als schulterbreit, der ganze Fuß am Boden, Gewicht vorne, Knie und Hüfte leicht gebeugt, die Schultern über den Füßen3.
- Zum Ball laufen und vor dem Körper spielen: Der Treffpunkt liegt immer vor der Schulterachse3.
- Das Spielbrett früh und ruhig ausrichten. Einfallswinkel gleich Ausfallswinkel: Die Unterarme zeigen zum Annahmeziel3.
- Den Impuls geben die Schultern, nicht die Beine: Knie- und Hüftwinkel bleiben beim Ballkontakt fast gleich3.
Hände und Arme
- Die Hände zusammenlegen, die Daumen nebeneinander, die Arme gestreckt: Das ist dein Spielbrett.
- Getroffen wird mit dem unteren Drittel der Unterarme, knapp über den Handgelenken36.
- Die Ellbogen bleiben gestreckt und weg vom Bauch; Arme und Oberkörper bilden etwa einen rechten Winkel6.
- In der Grundposition sind die Hände so weit vorne, dass du sie aus den Augenwinkeln siehst; die Schultern bleiben locker3.
Seitliche Annahme: Fliegt der Ball über Bauchhöhe neben dem Körper vorbei, das Spielbrett seitlich neben dem Körper schließen: Die Außenschulter führt nach außen, die Innenschulter kippt nach unten3.
Häufige Fehler
- Mit den Armen stark ausholen: Der Ball fliegt zu weit
- Gebeugte Ellbogen: Der Ball geht zur Seite
- Beine strecken und Hüfte öffnen im Moment des Kontakts: Die Annahme wird unruhig3
- Das Spielbrett vor dem Körper schließen und dann seitlich zum Ball reißen3
Übung dazu: Baggern zum Ziel
- Eine Hand liegt in der anderen (Faust in der Hand); die Finger nicht verschränken.
- Daumen nebeneinander, parallel, sie zeigen zum Boden.
- Der Ball trifft beide Unterarme, 5 bis 10 cm über den Handgelenken.
- Arme gestreckt: eine flache Fläche, bewegt aus den Schultern.
Eigene Zeichnung nach Volleyball Canada: Basic Passing (PDF) und Saskatchewan Volleyball: Forearm Passing (PDF) (englisch).
Pritschen
Mit dem oberen Zuspiel wird aus der Annahme ein Angriff. Saubere Hände sind wichtig: Festhalten oder Werfen ist ein Fehler Regel 9.2.2.
Pritschen nach vorne, Schritt für Schritt
- Früh unter den Ball laufen und den Körper zum Ziel ausrichten: Füße, Hüfte und Schultern zeigen in Abspielrichtung, und die Ausrichtung ist vor dem Ballkontakt fertig2.
- Beim Laufen schwingen die Arme mit; die Hände kommen erst hoch, wenn die Füße stehen, denn mit erhobenen Händen läufst du langsamer5.
- Spielstellung: leichte Schrittstellung, Knie gebeugt, Oberkörper aufrecht, die Hände vor und über der Stirn2.
- Abspielen: Arme und Beine strecken sich, der Impuls kommt aus den Händen, und Hand-, Arm- und Beinstreckung sind gleichzeitig fertig; danach kurz in der Endposition bleiben2.
Hände und Finger
- Daumen und Zeigefinger beider Hände bilden ein Dreieck, durch das du den Ball siehst, das „Fenster“5.
- Die Daumen zeigen zur Stirn, die Hände formen ein Körbchen, in das der Ball fällt25.
- Die Ellbogen sind etwa auf Augenhöhe, die Arme zu zwei Dritteln gestreckt2.
- Den Impuls geben Daumen und Zeigefinger; Mittel- und Ringfinger stabilisieren den Ball2.
- Die Finger sind elastisch, die Handgelenke locker; nach dem Abspiel sind die Finger weit offen, die Handflächen zeigen nach oben und vorne25.
Über Kopf nach hinten: Für das Zuspiel nach hinten klappen die Handgelenke erst nach oben und dann nach hinten um, die Daumen geben den Impuls nach hinten; danach zeigen die Handflächen offen nach oben2.
Häufige Fehler
- Ball in den Handflächen statt an den Fingern
- Hände zu tief, vor der Brust
- Handflächen zeigen zur Decke, das Handgelenk ist nach hinten gekippt2
- Handgelenke zu weit nach außen gedreht: Die Hände zeigen nach dem Zuspiel voneinander weg5
- Impuls aus dem Körper: Abknicken in der Hüfte oder Bewegung gegen die Abspielrichtung2
Übung dazu: Partner-Pritschen mit Seitschritt
- Fenster: Daumen und Zeigefinger bilden ein Dreieck; durch das Dreieck siehst du den Ball.
- Die Daumen zeigen zum Gesicht; die Hände sind knapp über der Stirn.
- Daumen, Zeige- und Mittelfinger arbeiten am meisten; alle Finger gespreizt wie ein Korb.
Eigene Zeichnung nach Volleyball Canada: Setting High Ball (PDF) und Saskatchewan Volleyball: Overhead Passing (PDF) (englisch).
Angriff
Der Angriff ist meist die dritte Berührung, mit der ein Team den Punkt machen will. Das Timing im Anlauf ist wichtiger als rohe Kraft.
Anlauf und Schlag für Rechtshänder (Linkshänder spiegeln)
- Hinter der Angriffslinie starten, das Gewicht auf dem rechten Vorderfuß, und das Zuspiel abwarten, um den Anlauf zu timen10.
- Erster Schritt mit links Richtung Netz, dann ein großer, schneller Schritt mit rechts; dabei tiefer gehen und beide Arme gestreckt nach hinten schwingen, bis sie etwa waagerecht sind10.
- Den linken Fuß schnell vor den rechten setzen, die Hüfte öffnet sich zum Zuspiel. Beide Arme schwingen nach oben, während die Beine abdrücken; der linke Arm zeigt zum Ball, der rechte ist hinter dem Kopf gebeugt10.
- Schlagen: Die Bauchmuskeln leiten die Drehung ein, der linke Arm zieht nach unten, der rechte schnellt gestreckt zum Ball, die Hand ist offen und locker10.
- Beidbeinig landen, die Schultern zum Netz, und sofort in Blockposition gehen10; das Netz zwischen den Antennen nicht berühren Regel 11.3.1.
Leger und Blockout: Anlauf wie beim harten Angriff, aber der Arm geht mit der Hand voran direkt zum Ball. Mit weichen Fingern legst du den Ball knapp hinter den Block, mit steifen drückst du ihn in eine freie Zone oder an die Hände des Blocks ins Aus11. In der Halle ist der Leger erlaubt, solange der Ball nicht gefangen oder geworfen wird Regel 13.1.2.
Häufige Fehler
- Unter den Ball laufen
- Zu früh anlaufen
- Nach vorne statt nach oben springen
Übung dazu: Anlauf und Angriff über Position 4
Block
Blocken dürfen nur Spieler der vorderen Reihe Regel 14.1.1. Ein Block muss nicht immer den Punkt machen: Der WVV nennt als Ziel, eine Zone zu blockieren und den Angriff zu verlangsamen4.
Block Schritt für Schritt
- Grundposition: hüftbreit stehen, Knie und Hüfte leicht gebeugt, das Gewicht gleichmäßig auf beiden Füßen, eine Oberarmlänge vom Netz4.
- Beobachten in dieser Reihenfolge: Ball, Zuspieler, Ball, Angreifer. Also zuerst Annahme und Zuspielort, dann den Zuspieler, die Flugkurve und schließlich Anlauf und Schlagarm des Angreifers4.
- Mit Sidesteps verschieben: Die Hüfte bleibt auf gleicher Höhe, die Schultern parallel zum Netz, abgedrückt wird mit dem Gegenbein4.
- Senkrecht abspringen und die Arme gerade vor dem Körper so früh, so weit und so lange wie möglich über die Netzkante schieben, auf demselben Weg zurück4. Den Ball drüben erst nach dem Angriffsschlag berühren Regel 14.3.
- Körperspannung halten, beidbeinig landen und gleich in die nächste Aktion4; das Netz nicht berühren Regel 11.3.1.
Hände
- Große Hände, angespannte Finger: So entsteht die größte Blockfläche4.
- Die Daumen stehen höchstens im rechten Winkel zueinander, Finger und Handgelenke verlängern die Unterarme4.
- In der Grundposition sind die Hände zwischen Schulter- und Kopfhöhe, die Handflächen zeigen zum Netz4.
- Blockst du die Linie, steht die Innenhand vor dem Ball, blockst du die Diagonale, die Außenhand4.
- Die Hände umschließen den Ball und sind so geneigt, dass er zurück ins gegnerische Feld springt12.
Häufige Fehler
- Mit den Armen ins Netz schlagen
- In der Luft zur Seite driften
- Handgelenke abklappen, sodass die Fingerspitzen zum Boden zeigen4
- Aktiver Kick aus der Hüfte oder eine Schlagbewegung der Arme4
Übung dazu: Den Doppelblock schließen
Abwehr
Die Feldabwehr hält den Ballwechsel am Leben: Angreifer lesen, tief bleiben, den Ball auf der eigenen Seite halten. Volleyball Canada beschreibt die Abwehr als intensiv und ruhig zugleich13.
Abwehr Schritt für Schritt
- Bereitschaftsstellung: Füße etwas weiter als schulterbreit, Gewicht vorne, Schultern vor, die Arme gebeugt vor dem Körper, die Handflächen nach oben; der Blick geht zum Angreifer13.
- Kurz vor dem Schlag das Gewicht mit einem kleinen Stoppsprung in den Boden fallen lassen: So stehst du stabil oder kommst schnell los13.
- Siehst du die Richtung, bringst du Körper und Arme zum Ball, ohne die Füße zu bewegen: ein Bein beugen, das andere strecken13.
- Erst am Ball die Hände zusammen; Arme vor dem Körper, Schultern über den Knien. Nach dem Kontakt bleiben die Arme kurz zusammen und der Körper folgt der Bewegung13.
Häufige Fehler
- Zu früh aufrichten
- Gegen harte Angriffe schwingen
- Die Bewegung im Ballkontakt abstoppen: Die Abwehr bleibt zu tief13
Übung dazu: Abwehr gegen Angriffe vom Kasten
Sicher trainieren. Das sind allgemeine Tipps fürs Training. Vorher aufwärmen, und wenn etwas wehtut: aufhören und mit dem Trainer sprechen.
Quellen
- FIVB: Offizielle Volleyballregeln 2025–2028 (PDF, englisch)
- Westdeutscher Volleyball-Verband: Grundtechnik Zuspiel (PDF)
- Westdeutscher Volleyball-Verband: Grundtechnik Untere Annahme (PDF)
- Westdeutscher Volleyball-Verband: Grundtechnik Block (PDF)
- Volleyball Canada: Basic High Ball Setting (PDF, englisch)
- Volleyball Canada: Basic Passing (PDF, englisch)
- Volleyball Canada: Standing Float serve (PDF, englisch)
- Volleyball Canada: Jump Float Serve (PDF, englisch)
- Volleyball Canada: Jump Spin serve, power (PDF, englisch)
- Volleyball Canada: Attacking Basics, cross-court mechanics (PDF, englisch)
- Volleyball Canada: Attacking Basics, tip and tool (PDF, englisch)
- Volleyball Canada: Step Block, outside movement (PDF, englisch)
- Volleyball Canada: Basic Defense (PDF, englisch)
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